Erfolg für Briger Kollegium

13. Januar 2010

Das Kollegium Spiritus Sanctus führt seit mehreren Jahren erfolgreich die Sportmittelschule hsk+m. Dieser Schule ist das nationale Leistungszentrum Schneesport angegliedert. Zur Zeit werden dort 62 junge Athletinnen und Athletinnen ausgebildet und trainiert.

Am 12. Januar 2010 erhielt die hsk+m nun auch das Label „Nationales Leistungszentrum Biathlon Realp Brig“ zuerkannt. Dies ist ein Riesenerfolg für die Verantwortlichen der Schule, der nur aufgrund der bisherigen ausgezeichneten Arbeit möglich wurde.

Ich gratuliere den Verantwortlichen zu diesem wichtigen Schritt in eine erfolgreiche Zukunft und wünsche den Athletinnen und Athleten Spitzenplätze in ihren jeweiligen Disziplinen.

Biathlon

Die Schweiz 2009 – Und sie dreht sich doch…

30. Dezember 2009

Von Nationalrätin Viola Amherd

Das Jahr 2009 war das Jahr des Galileo Galilei. Vor 400 Jahren blickte er als erster Mensch durch ein Fernrohr ins All und begründete damit die moderne Astronomie. Bekannt ist der italienische Forscher durch seinen berühmten Ausspruch: „Und sie dreht sich doch“. Seine Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, sondern sich um die Sonne dreht, hat das Selbstverständnis der damaligen Gesellschaft tief erschüttert. Aber auch die Tür für die Erforschung des Universums aufgestossen.
Ein „galileisches Jahr“ erlebt zurzeit auch die Schweiz. Noch im Januar hatte alles danach ausgesehen, als ob sie mit einem blauen Auge aus der Bankenkrise herauskommen würde. Doch dann begann die Staatengemeinschaft das Bankgeheimnis zu zerlegen, eine der Säulen des helvetischen Selbstverständnisses. Die Schweiz war auf einmal nicht mehr Hort vorbildlichen Wirtschaftens, sondern drohte auf eine Schwarze Liste gesetzt zu werden. Gleichzeitig eskalierte der Streit mit Libyen. Die Minarettinitiative erschütterte eine weitere Säule, nämlich das Bild des humanitären, hilfsbereiten und neutralen Landes. Schlimmer noch: Sie brachte die direkte Demokratie weltweit in Misskredit, den wohl wichtigsten Pfeiler unseres nationalen Bewusstseins.

Es scheint, als ob sich in diesem Jahr die ganze Welt auf uns eingeschossen hätte. Dabei hat sich der Bundesrat – einmal mehr – als wenig tauglich für die Bewältigung einer solchen Krise erwiesen. Zum wiederholten Mal ist deshalb der Ruf nach einer Regierungsreform laut geworden, und seit dem letzten Abstimmungswochenende auch nach einer Volksrechtsreform.

Statt die Volksrechte zu kritisieren, sollten wir besser die Dialogfähigkeit stärken. Die politische und gesellschaftliche Stabilität unseres Landes basiert auf der Einsicht, dass der Konsens weiter bringt als die Konfrontation. Das bedingt, dass man zuhört und versteht. Wir verlangen von unserer Bevölkerung, dass sie komplexe Entscheide an der Urne fällt und doppeldeutige Vorlagen durchschaut. Aber es geschieht wenig, um die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dazu zu befähigen. Noch immer haben wir in unserem Land keine einigermassen gleichwertige staatspolitische Bildung über alle Kantonsgrenzen hinweg. Wenn 20-jährige Schweizerinnen und Schweizer keine Ahnung von Zweikammersystem, Gewaltenteilung oder Parteien haben, dann ist das nicht nur tragisch, sondern gefährlich. Unwissenheit macht anfällig für Propaganda.

Unser Land befindet sich in einem Modernisierungsprozess. Um ihn steuern zu können, müssen wir diesen Prozess akzeptieren und die notwendigen Schlüsse daraus ziehen. Der Dialog mit der Bevölkerung ist die Voraussetzung dafür. Damit sich nicht nur die Welt dreht, sondern auch die Schweiz.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches Neues Jahr.

Erstes CVPO-Frauen-Frühstück

18. Dezember 2009

Brig- Glis – Über 20 interessierte CVPO-Frauen trafen sich am Samstag, 12. Dezember 2009, im Restaurant „Glismatta“ zum 1. CVPO-Frauen-Frühstück.

Daniela Bodenmüller, Geschäftsführerin CVPO und Grossratssuppleantin, begrüsste die Anwesenden und stellte die Ziele der Frauengruppe vor. Grossrätin Verena Sarbach-Bodenmüller, die Grossratssuppleantinnen Daniela Bodenmüller und Beatrice Kalbermatten erzählten von ihrer Tätigkeit im Grossen Rat und ihren Erfahrungen. Sie streiften in ihren Ausführungen die Arbeit in den entsprechenden Kommissionen und stellten ihre politischen Schwerpunkte vor.

Nationalrätin und Stadtpräsidentin Viola Amherd blickte auf die zu Ende gegangene Wintersession in Bern zurück. Im Nationalrat setzt sie sich für einen verbesserten Kinder- und Jugendschutz sowie für die Regionalpolitik ein. Für sie ist es ein Anliegen, die Interessen unseres Kantons in Bern gut zu vertreten und Allianzen mit anderen Vertreterinnen und Vertretern von Bergkantonen zu pflegen, damit Vorstösse auch im Parlament erfolgreich durchgesetzt werden können.

Die CVPO-Frauen haben sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen Mandatsträgerinnen und interessierten Frauen zu fördern und vermehrt Frauen für die Politik zu begeistern. Im kommenden Jahr sind vier Veranstaltungen bereits geplant:

- Montag, 08.03.2010, Grosser Abendanlass
- Samstag, 12.06.2010, Frauenfrühstück in St. Niklaus
- Samstag, 11.09.2010, Frauenfrühstück in Ried-Brig
- Samstag, 11.12.2010, Frauenfrühstück in Brig-Glis

Engagiert diskutierten die Anwesenden über verschiedene Bereiche, die im kommenden Jahr vertieft besprochen werden sollen: Familien- und Jugendfragen, generell das Zusammenleben der verschiedenen Generationen, Schulfragen, aber auch Präimplantationsdiagnostik, Forschung und Ethik, Palliativpflege und Suizidhilfe usw. Eine Arbeitsgruppe wird sich in den nächsten Wochen mit der Vorbereitung der verschiedenen Anlässe beschäftigen und Interessierte anschliessend informieren.

Die CVPO-Frauen wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest sowie im neuen Jahr viel Glück, Gesundheit und immer wieder Zeit für sich und die Mitmenschen.

Frauenfrühstück CVPO

Alpenkonvention

15. Dezember 2009

Chancen nutzen oder vor Risiken kuschen?

Von Nationalrätin Viola Amherd

Die Zukunft der Schweiz liegt in den Alpen, die des Wallis sowieso. Diese Zukunft bringt eine immer dichtere Vernetzung über die Grenzen hinweg. Wo wir im gesamten Alpenraum gemeinsame Interessen haben, sollten wir sie daher auch wahren. Deshalb ist die Schweiz 1999 der Alpenkonvention beigetreten.

Glaubensfrage

Doch wie weit man konkret gehen will, ist zur hart umkämpften Glaubensfrage geworden. Am letzten Tag der Wintersession hatte sich der Nationalrat nach 10-jährigem Ringen mit der Ratifizierung der Zusatzprotokolle zu befassen. Sie konkretisieren die Absichten in den einzelnen Bereichen Verkehr, Energie, Tourismus, Raumplanung, Bodenschutz, Landschaftspflege, Berglandwirtschaft und Naturschutz. Ein von den Eidgenössischen Räten in Auftrag gegebener Bericht des Bundesrates hatte ergeben, dass diese Protokolle keinen negativen Einfluss auf unsere schweizerische Gesetzgebung haben. Dennoch war der „Einfluss fremder Mächte“ ein oft geäussertes Argument der Gegner. Eine knappe Mehrheit im Nationalrat stemmte sich gegen jegliche Diskussion und lehnte selbst das Eintreten auf die Vorlage ab.

Die Schweiz als Vorreiter

Leider. Dabei hat die Schweiz selber einen recht fortschrittlichen Weg eingeschlagen: Von der Raumplanung über die Verkehrspolitik bis zur Neuen Regionalpolitik gelten wir in Europa als beispielgebend. Über die Alpenkonvention können wir selber Einfluss auf die Entwicklung der anderen Alpenregionen in unserem Sinne nehmen. Die Schweiz als führendes Land in Fragen der Berggebietspolitik hat bei der Erarbeitung der Protokolle entscheidend mitgewirkt. So ist es der Beharrlichkeit der Schweiz zu verdanken, dass eine gute Balance zwischen Schutz und Nutzen des Lebensraumes Alpen erreicht wurde. Die anderen Alpenländer haben mit der Unterzeichnung der Protokolle die Prinzipien unserer Politik anerkannt und sind ihnen weitestgehend gefolgt. Unter anderem auch deshalb bekam Brig-Glis die Ehre der Alpenstadt 2008 zugesprochen.

Gemeinsame Interessen

Die Konvention kann als Impulsgeber dienen, auch für wirtschaftliche Entwicklungen wie z.B. den sanften Tourismus, die Förderung erneuerbarer Energien, die Absatzförderung landwirtschaftlicher Produkte oder die europäische Alpentransitbörse, die wir dringend brauchen, um dem Schwerverkehr Herr zu werden. Damit wird das Alpengebiet auch gegenüber den städtischen Agglomerationen gestärkt. Der Alpenraum kann sich vereint besser gegen den Druck der Brüsseler Wirtschaftsbürokraten wehren, denen auch unser Land ausgesetzt ist.

Wenn wir nicht fremdbestimmt werden wollen, müssen wir offensiv bleiben und dürfen uns nicht in eine „Bergfestung“ zurückziehen. Wir müssen unsere Chancen wahren, was wir eindeutig nicht tun, wenn wir uns der Kooperation verweigern. Bleibt der Ständerat, der zumindest für die teilweise Ratifizierung der Zusatzprotokolle war, standhaft, bekommt die Grosse Kammer nochmals diese Chance.


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Liberalisierung der Landwirtschaft in verträglichen Schritten

8. Dezember 2009

Von Nationalrätin Viola Amherd

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor grossen Umwälzungen. Vermeiden lassen sich diese nicht; dass der Strukturwandel zwangsläufig kommt, wissen auch die Bauern. Doch was die Landwirtschaft braucht, sind ein verträgliches Tempo und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Sonderdebatte im Nationalrat zur Landwirtschaftspolitik am letzten Donnerstag hat die wunden Punkte deutlich offengelegt.

Wohin eine allzu rasche Liberalisierung führen kann, zeigt die Aufhebung der Milchkontingentierung. Die Branche war zu wenig darauf vorbereitet, ihre Produktion war noch nicht auf die neue Situation ausgerichtet und die Milchmenge noch nicht der neuen Marktsituation angepasst. Die Regelung der Marktordnung war zu lange aufgeschoben worden. Die Folge für die Bauern war ein fataler Preiseinbruch.

Das zeigt: Der Bund hat in der Landwirtschaftspolitik eine wichtige Rolle als Regulator. Die Aufgabe der Politik ist es zwar nicht, Strukturen auf Biegen und Brechen zu erhalten. Auch beim Milchmarkt geht es nicht um die Rückkehr zur alten Marktordnung mit ihrer staatlichen Mengenregelung, dieser Meinung sind selbst die Vertreter der Landwirtschaft. Doch die Veränderungen müssen in einem Tempo vor sich gehen, das für die betroffenen Betriebe und die Menschen, die dahinter stehen, verkraftbar ist. Das zentrale Anliegen ist dabei die Vermeidung von Sozialfällen und die Versorgungssicherheit mit landwirtschaftlichen Produkten. Dies ist bedroht, wenn sich die Einkommenssituation der Bauern schlagartig verschlechtert und zu viel Betriebe auf einmal schliessen.

Einen wesentlichen Teil dieses Einkommens machen die Direktzahlungen aus. Mit ihnen werden Leistungen der Landwirtschaft im Interesse unserer Gesellschaft abgegolten. Anpassungen sind auch hier notwendig, haben aber in einem mehrjährigen Prozess zu erfolgen. Ein radikaler Umbau würde viele Betriebe und Bauernfamilien arg ins Schleudern bringen. Die Entschädigungen sollen zudem nicht nur landschaftspflegerische Leistungen betreffen. Auch die Produktionsbereitschaft und die Sicherstellung einer angemessenen eigenen Nahrungsmittelversorgung in der Schweiz müssen gebührend berücksichtigt werden.

Landwirtschaftsgüter dienen der Ernährungssicherheit unseres Landes. Um den Freihandel wird zwar auch die Landwirtschaft nicht herumkommen. Aber seine Entwicklung muss losgekoppelt werden von der Entwicklung des Freihandels für Industriegüter und Dienstleistungen. Am meisten Bauchschmerzen machen den Bauernorganisationen deshalb die WTO-Verhandlungen. Nahrungsmittel dürfen, wie es Bauernvertreter formulieren, nicht dazu missbraucht werden, um den Marktzutritt für Industrieprodukte zu erkaufen.
Die Politik muss die Bauern dort abholen, wo sie stehen. Und sie stehen nun mal zurzeit weiter weg vom freien Markt als andere Produktionszweige. Das muss die Politik berücksichtigen. Eine Landwirtschaftspolitik ohne Bauern geht nicht.

Landwirtschaft

Zur Minarettinitiative vom 29. November 2009

4. Dezember 2009

Daraus wachsen Verpflichtungen

Von Nationalrätin Viola Amherd

Volks- und Ständemehr waren eindeutig. Der Wille, der daraus spricht, ist allerdings interpretationsbedürftig. Nach wie vor wird darüber gerätselt, wie die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger so deutlich einer Initiative der SVP folgen konnten, die etwas völlig anderes bezweckte, als sie vorgab. Nämlich das Schüren von Misstrauen, das sich politisch weiter ausschlachten lässt.
Nun, das Volk hat sein Votum gefällt. Das Ja zur Minarettinitiative ist ein Warnschuss. Der Dialog um den Einfluss ausländischer Kulturen in der Schweiz ist längst fällig. Dass dieser Anstoss bei uns an der Urne erfolgen kann, ist ein äusserst wertvolles Ventil, verglichen mit den Strassenschlachten algerischer Jugendlicher mit der Polizei in den Pariser Vororten, den Übergriffen auf türkische Mitbürger in Deutschland oder den Hetzjagden auf Romas in Italien. Deshalb haben National- und Ständerat die Initiative nicht für ungültig erklärt, wie das verlangt wurde. So gebietet es unsere Tradition. Allerdings haben wir es versäumt, die Diskussion auch tatsächlich zu führen. Und die Wirtschaft hat sich einmal mehr aus einem heiklen Thema herausgehalten und ihre gesellschaftspolitische Mitverantwortung nicht wahrgenommen.
Für uns Schweizerinnen und Schweizer sind die Volksrechte der entscheidende Qualitätsunterschied zu anderen Demokratien. Sie brachten uns bislang auch viel Bewunderung ein. Doch nun hat das Ansehen der direkten Demokratie im Ausland Schaden erlitten. Das ist meines Erachtens die schwerwiegendste Folge des Urnengangs vom letzten Sonntag. Politiker und Medien aller Couleur zeigen mit dem Finger auf unser Land und nennen es verantwortungslos, eine solche Frage dem Volk vorzulegen. Denn der Entscheid des Schweizer Volkes hat Auswirkungen auf die Debatte über den Einfluss fremdländischer Kulturen in ganz Europa.
Jetzt geht es darum zu zeigen, dass wir mit dem Entscheid an der Urne verantwortungsvoll umgehen können. Die Angehörigen der islamischen Religionsgemeinschaften stehen in der Pflicht, den Tatbeweis zu erbringen, dass Burka, Beschneidung, Unterdrückung der Frauen oder Sonderzüglein beim Schwimmunterricht nicht zu einem weltoffenen Islam gehören, der mit den schweizerischen Wertvorstellungen im Einklang steht. Sie müssen das Verständnis für ihre Religion aktiv fördern.
Umgekehrt müssen wir Schweizerinnen und Schweizer solche Bemühungen dann auch anerkennen. Es gehört zu unserer Kultur zuzuhören, den Konsens zu suchen. Dafür müssen wir allerdings wissen, wo wir selber stehen. Ich stimme Bischof Norbert Brunner zu, dass die Angst vor einer Islamisierung wohl zum Teil daher rührt, dass wir uns unserer eigenen christlichen Kultur nicht mehr sicher sind. Toleranz – dieses gesellschaftliche Prinzip, welches dem Christentum zugrunde liegt – kann man nur aus einer Position der Stärke üben. Also müssen wir nicht nur den Dialog über den Islam in Europa und in der Schweiz führen, sondern vor allem den Dialog über unsere eigenen kulturellen Werte. Werte, die schon zu lange von rechtskonservativer Seite für ihre eigenen Zwecke missbraucht worden sind.

Minarettinitiative

Die Machthaber

25. November 2009

Auf dem folgenden Link erhalten Sie die PDF der Vorstosskönige

Bundeshaus

Nein zur Minarettinitiative am 29. November 2009

22. November 2009

Die Grundwerte unseres Staats mit Füssen getreten

Von Nationalrätin Viola Amherd

Wovor haben sie Angst, die Urheber der Minarettinitiative? Vor dem islamischen Terror? Vor der Scharia? Dass sich Al Kaida und Co. von einem schweizerischen Bauverbot nicht einschüchtern lassen, muss wohl nicht betont werden. Und an unserer grundsoliden Demokratie haben sich schon andere die Zähne ausgebissen, ausländische wie inländische Mächte, seit der Gründung der Eidgenossenschaft bis Libyen heute. Die demokratische Gesellschaft, der föderalistische Staatsaufbau, die Weltoffenheit unserer Bürgerinnen und Bürger und ihr gesunder Menschenverstand, der sich in einer wohlverstandenen Toleranz äussert, sind die besseren Schutzinstrumente als ein Minarettverbot.

Eine demokratische Gesellschaft braucht die Öffentlichkeit. Dazu ist es notwendig, dass man den Muslimen die Chance gibt aus den Hinterhof- und Fabrikhallengebetsräumen herauszukommen. Wer sichtbar ist, kann sich an der Gesellschaft beteiligen. So ermöglicht die Schweiz ein problemloses Miteinander von mehreren Kulturen.

Das wissen auch die Initianten, sie sind ja nicht dumm. Worum geht es ihnen also dann? Die Antwort ist einfach: Es geht um Provokation, um das Schüren von Misstrauen, um das Errichten von Fronten. Etwas, das nur einem nützt, nämlich den Provokateuren selber. Eine solche „Politik der Provokation“ ist ein Angriff auf die friedliebenden Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, auf die Schweizerinnen und Schweizer, die in Jahrhunderten gelernt haben, dass ein Miteinander auskommen viel sinnvoller ist und wesentlich mehr bringt als das gegenseitige Befehden. Die Minarettinitiative tritt mit Füssen, was sie zu schützen vorgibt: die Grundwerte unseres Staates.


Das freut die Stadtpräsidentin!

6. November 2009

Attraktivste Gemeinde im Oberwallis

Brig-Glis ist laut einer schweizweiten Studie der Immobilienfirma Iazi die attraktivste Gemeinde im Oberwallis.

In der Studie wurden 854 Gemeinden mit über 2000 Einwohnern anhand von 20 Faktoren analysiert. Dabei spielten u.a. Arbeitsmarkt, Sozialstruktur der Bevölkerung sowie Steuerbelastung eine Rolle. In dieser gesamtschweizerischen Rangliste belegte Brig-Glis Platz 337 und ist damit die attraktivste Gemeinde im Oberwallis. Weitere aufgeführte Oberwalliser Gemeinden in der Rangliste sind: Visp an 485., Naters an 661., Leuk-Susten an 786., und St. Niklaus an 823. Stelle.

Gemäss der Studie ist die attraktivste Gemeinde der Schweiz Feusisberg im Kanton Schwyz. Gefolgt von Freienbach und Wollerau, weitere steuergünstige Schwyzer Gemeinden. Die Stadt Zürich belegt den 80. Platz. Genf liegt auf Rang 243, Basel auf 389 und Bern auf dem 399. Platz. Schlusslicht der Rangliste ist Couvet im Kanton Neuenburg.

Quellenangabe: RRO, 5.Nov.09

Konsequente Verfolgung von virtuellem Kindsmissbrauch

17. Oktober 2009

Im Juni 2007 habe ich eine Motion eingereicht, die den Bundesrat auffordert, virtuelle Darstellungen im Bereich Kindsmissbrauch und die Anbahnung eines eindeutigen sexuellen Dialogs zwischen einem Kind und einer offensichtlich erwachsenen Person (sogenanntes “Grooming”) unter Strafe zu stellen. In der Herbstsession 2009 ist der Ständerat dem Nationalrat gefolgt und hat die Motion angenommen. Meine Forderung, dass Kinderpornographie und Kindsmissbrauch auch im Internet strafbar sein müssen, konnte somit erfolgreich durch das Parlament gebracht werden.

Auf der Plattform “Second Life” tummeln sich mittlerweile 3,7 Millionen Menschen aus aller Welt. Sie haben sich einen Avatar (Spielfigur) zugelegt, also die Verkörperung einer digitalen Identität, und bewegen sich nach Art von Harry Potter mit einem Teleporter durchs Land der “unbegrenzten” Online-Möglichkeiten – teilweise leider auch mit offensichtlich perversen Absichten. Der Staat muss deshalb von vornherein klarmachen, dass es sich auch bei einer virtuellen Vergewaltigung um eine Straftat handelt. Artikel 197 des Strafgesetzbuches (Pornografie) erfasst grundsätzlich nicht nur reale, sondern auch virtuelle Darstellungen. Der Bundesrat soll aber die Fragen im Detail abklären und nötigenfalls eine geeignete Ergänzung des Strafgesetzbuches vorschlagen.

Bezüglich der Anbahnung eindeutig sexueller Dialoge mit Kindern im Internet (sogenanntes Grooming) liegt gemäss heutigem Recht ein strafbarer Versuch zu sexuellen Handlungen mit Kindern nur dann vor, wenn die erwachsene Person dem Vorschlag für ein Treffen gewisse konkrete Handlungen folgen lässt, sich beispielsweise am vereinbarten Treffpunkt einfindet. Aber bereits mehrere Staaten (Kanada, Grossbritannien, Australien u. a.) haben ihre Gesetze in dem Sinne geändert, dass sich bereits strafbar macht, wer im Verlaufe eines Internet-Dialoges einem Kind ein Treffen zur Vornahme von sexuellen Handlungen bloss vorschlägt. Für mich ist es wichtig, eine solche gesetzliche Regelung gegen das Grooming auch in der Schweiz zu prüfen. Diese Frage wird in der Diskussion zum Beitritt der Schweiz zur Europaratskonvention zum Schutze von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch auch ein Thema sein. Ich verlange, dass die Schweiz dieser Europaratskonvention beitritt und den entsprechenden Kinderschutz auch in unserer Gesetzgebung festlegt.

Wird der Missbrauch des Internets für kriminelle Absichten und sexuelle Ausbeutung von Kindern nicht beendet, so gerät die gesamte Technologie in Misskredit. Die wichtige Wirtschaftsbranche darf nicht in den Dunstkreis von illegalem Treiben gelangen; daraus würden sich für den Standort Schweiz schon mittelfristig negative Auswirkungen ergeben.

Viola Amherd