Viola im Gespräch: Das 4-Säulenprinzip in der Jugendpolitik

Frage: Frau Amherd, Sie haben das Thema Jugendgewalt in der Schweizer Politik ins Rollen gebracht. Können Sie uns am Fall Seebach kurz erklären, wie Ihre Massnahmenvorschläge in der Jugendpolitik aussehen?

Viola: Das mache ich gerne.

Meine Vorschläge gründen auf dem Modell der 4 Säulenpolitik, d.h. Repression, Vorbeugung (Prävention), Massnahmen, um Jugendliche aus der Gewaltspirale herauszuholen, Massnahmen, um die Auswirkungen von Gewalt auf Opfer – und Täter- zu mindern.

Der Fall Seebach ist ein äusserst schwerer Fall. Vorbeugung ist hier passé. Repression heisst hier für mich, dass die Täter für ihr Handeln konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Das heisst, das Strafverfahren ist durchzuführen, eine Verurteilung (sofern stichhaltige Beweise da sind) ist vorzunehmen und die verhängte Strafe ist anzutreten.

Massnahmen die Jugendlichen aus der Gewaltspirale herauszuholen heisst hier, neben der eigentlichen Strafe Therapien durchzuführen, die auf Einsicht in das Unrecht der Tat zielen und eine dauerhafte Änderung im Verhalten der Täter ermöglichen. In diesem Bereich kann es wichtig sein, das persönliche Umfeld der Täter miteinzubeziehen. In diese Richtung geht auch meine Motion, die verlangt, dass der Richter die Möglichkeit hat, die Eltern zur Therapie Teilnahme zu verpflichten.

Massnahmen, um Auswirkungen auf Opfer und Täter zu mindern heisst, die von der Gewalt Betroffenen zu betreuen und bei der Verarbeitung des Erlebten zu unterstützen.

Einen Kommentar schreiben